Vor achtzig Jahren begann das Dritte Reich mit der Umsetzung des seit einigen Monaten vorbereiteten Plans für den Krieg gegen die Sowjetunion („Fall Barbarossa“). Am 11. Juli 1941, also knapp drei Wochen nach Kriegsausbruch, gab das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) bekannt: „…die Gesamtzahl der bisher an der Ostfront gefangengenommenen Soldaten ist auf über 400.000 gestiegen. Die Zahl der erbeuteten oder zerstörten feindlichen Ausrüstungsgegenstände stieg auf 7.615 Panzer und 4.423 Geschütze. Die sowjetische Luftwaffe hat bisher insgesamt 6.233 Flugzeuge verloren.“ Die Goebbels-Propaganda griff diese Zahlen sofort auf und präsentierte der Welt die großartigen Erfolge der deutschen Truppen im Kampf gegen den verhassten Bolschewismus. An die Front zogen Fotojournalisten der Propagandakompanie, deren Aufgabe es war, der Nachwelt ein Zeugnis davon zu hinterlassen, wie tödlich wirksam die germanische Waffe sein kann.

Juli 1941 – auf einem Feldweg, irgendwo in Weißrussland. Drei zurückgelassene sowjetische leichte Infanterie-Unterstützungspanzer vom Typ T-26, Modell 1939, mit 20K-Kanonen, Modell 1934, Kaliber 45 mm. Das Fahrzeug im Vordergrund weist eine nicht standardmäßige Lackierung in den Farben Warmgrün, Sand und Braun (Schwarz?) auf. Auf der Motorplatte befinden sich zwei Ersatzlaufräder mit Gummireifen. Im Juni 1941 verfügten die Panzertruppen der Roten Armee über mehr als 11.000 T-26-Panzer verschiedener Ausführungen. Sie wurden in den Jahren 1931–1941 im Werk Nr. 174 namens K. Woroschilow in Leningrad (St. Petersburg) hergestellt.

Sommer 1941 – ein auf dem Rückzugsweg der Roten Armee außer Gefecht gesetztes und zurückgelassenes sowjetisches schweres Panzerfahrzeug vom Typ KW-2 mit einem Gewicht von 52 Tonnen. Das Fahrzeug war für die Zerstörung von festen und provisorischen Befestigungen sowie von Panzersperren konzipiert. Im Turm ist eine Haubitze des Typs 1940 (ML-10S) mit einem Kaliber von 152 mm untergebracht. In den Jahren 1940–1941 wurden in den Kirow-Werken in Leningrad (St. Petersburg) 204 KW-2-Panzer hergestellt. Praktisch alle gingen im Kampf verloren, aufgrund zahlreicher Pannen, Treibstoffmangels oder weil sie im sumpfigen Gelände stecken blieben.

Sommer 1941 – in der ukrainischen Steppe zurückgelassene sowjetische Divisionskanonen des Typs USW 1939, Kaliber 76 mm. Die Serienproduktion dieser Geschütze erfolgte ab 1939 im Werk Nr. 92 in Gorki (Nischni Nowgorod) und später im Werk Nr. 221 „Barrikady“ in Stalingrad (Wolgograd). Am 22. Juni 1941 befanden sich 1170 Kanonen dieses Typs im Bestand der Roten Armee.

Sommer 1941 – ein deutscher Lagerplatz für erbeutete Kampfausrüstung. Im Vordergrund eine Haubica-Kanone Typ 1937 (ML-20) im Kaliber 152 mm. Zu Beginn des deutsch-sowjetischen Krieges verfügte die Rote Armee über etwas mehr als 2600 dieser Geschütze. Im Hintergrund schwere Feldgeschütze Typ 1931 (A-19) Kaliber 122 mm. Sie wurden hauptsächlich zur Zerstörung von Befestigungen, Artilleriestellungen und Truppenkonzentrationen eingesetzt. Am 22. Juni 1941 verfügten die Russen über 1255 Geschütze dieses Typs (einschließlich des Modells 1931/37). Nach der Übernahme wurden sie bis zum Kriegsende von der Wehrmacht u. a. am Atlantikwall eingesetzt.

Ein sowjetischer Panzerzug des 76. Regiments der 3. NKWD-Division (Kommandeur W. A. Kononjenko), der am 27. Juni 1941 in der Nähe der Stadt Smolewitsche in Weißrussland im Einsatzgebiet der Westfront im Kampf zerstört wurde. „Schwarze“ Dampflokomotive der Baureihe SzCz vom Typ 1-4-0 (eine vordere Laufachse, vier Antriebsachsen, keine hintere Laufachse) – eines von über 1900 Exemplaren, die noch im zaristischen Russland in einem der großen Lokomotivenbauwerke (Charkiw?, Brjansk?, Kolomna?) Hinter der Dampflok ist ein gepanzerter Triebwagen MBW D-2 zu sehen, der im Werk Nr. 1 des Bahnhofs Ljublino bei Moskau hergestellt wurde. Im Turm ist eine Kanone des Modells 1902, Kaliber 76 mm, montiert. An der rechten Seite befinden sich zwei schwere Maxim-Maschinengewehre des Modells 1910, Kaliber 7,62 mm.

Eine vierfach gekoppelte sowjetische Flugabwehranlage vom Typ M4, Modell 1931, montiert auf der Ladefläche eines GAZ-AAA-Lastwagens. Zu sehen sind die Kühlschläuche sowie die Magazine für 500-Schuss-Gurte (anstelle der üblichen 250-Schuss-Gurte). Die M4 mit einem Gewicht von etwa 500 kg und einer Feuerrate von 1200–2000 Schuss/min war für den Kampf gegen Flugzeuge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h in einer Höhe von bis zu 1400 m vorgesehen. Sie wurde auch zum Beschuss von Bodenzielen eingesetzt. Es wurde stationär aufgestellt oder unter anderem auf Wasserfahrzeugen und Eisenbahnplattformen montiert. Hergestellt in der Waffenfabrik in Tula.
Text: Tadeusz Blachura
Fotos: Sammlung des LMW Drzonów



